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Geschichte des Marktes Aschach

Kelten und Römer in Aschach

Der Ursprung des Namens Aschach - Aschach ist Joviacum - Der Märtyrer Maximianus

Den Keltenfürsten ASAHA müssen wir leider vergessen! Nach einer romantisierenden Geschichtsschreibung war er es, der mit seinen keltischen Kriegern unseren Ort gegründet hat. Doch eines ist sicher: Es hat ihn nie gegeben.

Doch ganz so einfach ist es nun auch wieder nicht, die keltische Vergangenheit loszuwerden. JOVIACUM, mit dem die herrschende Lehre Aschach gleichsetzt, ist ein keltischer Name. Und der Gleichklang des Namens Aschach für Fluss und Ort mit so manchem Gewässernamen unserer Heimat, mag er nun keltischen oder illyrischen Ursprungs sein, lässt für die prägnante Form in der Stiftungsurkunde "ASCHA" an vorbayerische Wurzeln denken. Denkbar wäre aber auch eine deutsche Herkunftstheorie: "Asch" mit der Kollektivendung könnte einfach bedeuten: Ein Ort, wo es viele Eschen gibt.

Der Name Joviacum erscheint erstmals im Itinerarium Antoninianum zur Zeit des römischen Kaisers Marcus Aurelius Antoninus, genannt Caracalla, der von 211 bis 217 regierte. 1838 wurden bei Grabungen in Schlögen ausgedehnte Mauerreste eines römischen Kastells gefunden. Bis Mitte unseres Jahrhunderts war man daher der Meinung, Schlögen sei das in römischen Truppenverzeichnissen genannte JOVIACUM. Nach Grabungen in den Jahren 1957 bis 1959 bewieß Dr. Lothar Eckhart: Schlögen kann nicht Joviacum sein. Die für Joviacum bezeugten Liburnarier der II. Italienischen Legion, eine Art Marineinfanterie, beheimatet Eckhart in Aschach, die berittenen Truppeneinheiten in "Ad Mauros", das er mit Eferding gleichsetzte. Außer strategischen Gründen spricht für Aschach=Joviacum das St.Laurentius-Patrozinium der Friedhofskirche, der Nachweis einer Quadraflur (römische Flurform) und der Fund von Straßensteinen mit Gleisspuren (Limesstraße?) in der Abelstraße.

Da Aschach Joviacum ist, bringt uns dies mit einer der erstaunlichsten Quellen der ausgehenden Antike in engsten Zusammenhang, mit dem "Leben des Hl. Serverin" des Abtes Eugippius. Der Hl. Severin trat in einer Zeit in Noricum auf, als die römische Herrschaft zu Ende ging. Als "Mönch und Wundermann" widersetzte er sich den germanischen Fürsten, die mit ihren Stämmen zu beiden Seiten der Donau saßen. In den verödeten römischen Siedlungen bewog er das schutzlos den Germanen preisgegebene armselige romanische Volk zu einem christlichen Lebenswandel. Wenn die Zustände unhaltbar geworden waren, prophezeite er ihnen den nahen Untergang ihres Ortes und veranlasste die Räumung des Gebietes. So auch für Aschach (Joviacum). Wir lesen in der "Eugippii Vita Sancti Severini":

" ... zu den Bewohnern einer Stadt mit Namen Joviacum, welche mehr als 20 Meilen von Batavis entfernt war, schickte der Diener Gottes den Kirchensänger Moderatus, der dort zur unverzüglichen Flucht aus der gefährdeten Stadt auffordern sollte. Auch hier wurde nicht auf den wohlgemeinten Ratschlag gehört, sodass der Heilige nochmals einen Eilboten absandte, der wenigstens den Kirchenvorsteher Maximianus von joviacum zum Verlassen des Ortes bewegen sollte. Als auch dieser Bote keinen Glauben fand, verließ er schleunigst die Stadt, worauf noch in der gleichen Nacht die Heruler Joviacum überfielen, die Ansiedlung zerstörten und die meisten Bewohner in die Sklaverei führten. Den Priester aber hängten sie auf einem Galgen auf."

Die Angaben der Vita gelten als zuverlässig, frühere Zweifel werden zunehmend durch neuere Forschungsergebnisse ausgeräumt. Somit wird ein unter Voraussetzung der Richtigkeit der Annahme, dass Joviacum Aschach ist, der spätantike Aschacher Märtyrer MAXIMIANUS bezeugt.


Dieser Text basiert auf einem Artikel von Werner Promintzer im Festprogramm "1200 Jahre Aschach 777-1977".

 

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